Die Hüllen nach der Geburt

Sie beschützen, nähren und halten das Ungeborene.
Nach der Geburt ist es elementar, die einzelnen Hüllen zu ersetzen.
Mit der Geburt verlässt das Kind seine schützende und nährende Umgebung.
Zum ersten mal ist es haltlos, spürt keine unmittelbare Begrenzung mehr und ist 
nicht länger Teil der rhythmischen Abläufe, die die Organe im Mutterbauch vorgeben.


Für einige Zeit ist es nun die Aufgabe der Eltern und auch der engen Bezugspersonen, 
diese Hüllen zu ersetzen und die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen und zu erfüllen.
Manche Hüllen, die ihnen dabei helfen, ruhiger in der Welt anzukommen, legen Kinder 
häufig schon nach wenigen Wochen ab.
Andere Hüllen brauchen die Kinder oftmals bis in die Pubertät hinein.
Werdende junge Eltern oder anderen Bezugspersonen fällt es manchmal schwer zu 
verstehen, was ein kleines Menschenkind braucht.
In solchen Situationen hilft ein gemeinsamer Blick auf die Hüllen, die das Kind im Mutterleib
umgeben haben, um den Eltern dessen Bedürfnisse leicht und einprägsam zu vermitteln.

Die Grundidee dazu stammt von Werner Hassauer. 
In seinem Buch „Die Geburt der Individualität“ beschreibt der Gynäkologe die Erlebnisse des Kindes bei seiner Geburt als ENTHÜLLUNGS ERLEBNIS.
Hassauer setzt sich unter anderem intensiv mit Atmung, Temperatur, Raum und Zeit sowie dem Geburtsschmerz und dessen Schwere auseinander.

Zu Beginn meiner Hebammenarbeit (1999) hat mich das Buch für die Geschehnisse rund um die Geburt für das Neugeborene sensibilisiert.

Mir ist klar geworden, dass nicht nur wir Hebammen diese Sensibilität bei unserer Arbeit brauchen, sondern dass in erster Linie die Eltern ein Bewusstsein für das Erleben des Neugeborenen brauchen!!

Vernix als erste Hülle

Die Vernix caseosa (Käseschmiere) ist die erste Hülle, die das Kind im Mutterleib umgibt. Sie schützt seine Haut vor der aufquellenden Wirkung des Fruchtwassers. Ist sie in den ersten Tagen noch ausreichend vorhanden, so schützt sie die empfindliche Babyhaut davor, auszutrocknen.

Mit ihrer antimikrobiellen Wirkung schützt sie die Haut zudem vor Infektionen. Spätestens nach einer Woche nehmen die Schutzfunktionen der Vernix ab. 
Viele Babys sind bis dahin schon einmal gebadet worden.
Die Haut des Babys benötigt weiterhin Schutz. Mit einer auf die Babyhaut abgestimmten Pflege können Eltern sie vor äußeren Einflüssen bewahren.
So kann sich die durchlässige Hülle des Babys in Ruhe an die neue Umgebung anpassen und sich nach dem Motto „so wenig wie nötig“ gesund entwickeln.
Die Haut eines Babys ist etwa fünfmal dünner als Erwachsenenhaut.
Zwar besteht sie aus der gleichen Anzahl an Hautschichten, diese sind jedoch deutlich dünner und bieten einen weitaus geringeren Schutz.
Ursächlich dafür sind eine verminderte Schweißbildung, inaktive Talgdrüsen, eine dünne Hornschicht, eine geringe Verzahnung von Epidermis und Lederhaut sowie kürzere und dünnere Kollagenfasern.
Mit dem Blick auf die unreife Babyhaut, ist es mir wichtig, die Haut zu schützen und ihr gleichzeitig durch ausgewählte Pflegeprodukte den Raum zur gesunden Entwicklung zu geben.

Empfehlung meinerseits: naturbelassene Pflegeöle (kbA): wie Avocadoöl, Calendulaöl, Nachtkerzenöl, Muttermilch…, ebenso sollten nur naturbelassene Materialien auf die Babyhaut, wie Wolle, Seide, Baumwolle..

Fruchtwasser als zweite Hülle, 

bietet Wärme und Schutz. Hautnah umgibt das Fruchtwasser das Baby rund 40 Wochen lang.
Es wärmt und gibt ihm den Platz, den es zur Entwicklung braucht. Gleichzeitig schützt es das Kind vor mechanischer Einwirkung von außen.
Kleidung und Windeln sind die erste Hülle, die wir den Kindern nach der Geburt und einem 
ausgiebigen Bonding direkt auf seiner Haut anbieten, die bisher nur mit dem Fruchtwasser in Berührung kam.
Uns Hebammen ist es sehr bewusst, dass die Kinder nie zuvor Kleidung auf ihrer Haut gespürt haben.
Eltern fehlt diese Sensibilisierung nicht selten: Kleidung, wie Windeln werden nach subjektiven Modeempfinden oder Funktionalität angeschafft!!

Eihäute als dritte Hülle,

die Eihäute sind für das Ungeborene existentiell, sie halten das Fruchtwasser, ohne das wäre eine gesunde Entwicklung nicht möglich.

Das Kind könnte seine Extremitäten nicht gesund ausbilden, der Magen-Darm-Trakt und die Nieren würden ungenutzt verkümmern und es könnten Keime zum Kind aufsteigen, die schwere Infektionen verursachen.

Diese dritte Hülle ist also elementar für das Gedeihen.
Nach der Geburt ersetzen sie Liebe, Zuverlässigkeit und das Gefühl, dazuzugehören und mit  seinen Bedürfnissen gesehen zu werden.

Erweitert wird sie durch Aspekt der Fürsorge: Das Kind ist darauf angewiesen, dass ein Erwachsener es umsorgt. Daraus ergibt sich eine gegenseitige Bindung.

Der erste Schritt in Richtung Fürsorge und Bindung ist für werdende Eltern die Antwort auf die Frage, was ihnen selbst in einer Beziehung zu anderen Menschen guttut, was ihnen Sicherheit gibt und was sie brauchen, damit sie Vertrauen aufbauen können.

Wie Eltern die Begleitung ihres Kindes gestalten, ist von vielen Faktoren abhängig.

Ab dem Moment der Geburt machen die Kinder prägende Beziehungserfahrungen. Reagieren 

Eltern und Bezugspersonen prompt, zuverlässig und angemessen auf die Bedürfnisse des Kindes, unterstützen sie es dabei, sich voller Vertrauen auf seinen Weg in die Welt zu machen.

Sind die Reaktionen der Fürsorgenden jedoch dauerhaft unzuverlässig und muss das Kind lange darauf warten, kann die Welt auf Dauer bedrohlich wirken, was nicht selten zu zukünftigen ungesunden Verhaltensmuster führen kann.

Diese Tatsache beschreibt Kinderarzt Herbert Ren Polster in seinem Buch „Erziehung prägt Gesinnung“ sehr anschaulich.

Placenta und Uterus ( Gebär-MUTTER ) als vierte Hülle,

Die Placenta versorgt das Kind rund um die Uhr  mit Nahrung, ein Hungergefühl kennt es nicht.
Der Uterus umschließt das Kind während der gesamten Schwangerschaft-zunächst mit viel Platz.
Im Laufe der Schwangerschaft bietet er eine ständige, sichere Begrenzung.
Stabilisiert und getragen wird das ganze Wunder durch die Beckenboden-Muskulatur und dem Becken.
Mit der Geburt ist diese Grenze plötzlich verschwunden.
Der Raum, den das Kind hat, wird mit einem Mal unendlich! 

Es gibt Kinder, die sich daran überhaupt nicht stören. Es gibt auch jene, die nur eng am Körper der Erwachsenen, eingebunden in ein Tuch, zur Ruhe kommen.

Der Blick auf die schützende Umarmung der Gebärmutter lässt die Frage aufkommen, wie eine ähnlich enge Begrenzung dem Neugeborenen den Start ins Leben leichter machen kann.

Zum Beispiel, ein Tuch das um die Beine gewickelt wird, schenkt den Kindern Begrenzung, hält sie warm und gibt den kleinen Füßen die Möglichkeit, sich gegenseitig zu berühren und zu spüren.

Die noch unwillkürlichen Bewegungsabläufe der Beine werden sanft gebremst und die Kinder erfahren den Halt, den manche brauchen, bis sie im Alter von etwa vier Monaten beginnen, Kontrolle über die Bewegungsabläufe ihrer Beine zu bekommen.

Das Tuch sollte jedoch so locker gebunden sein, dass die für das Stillen wichtigen primitiven Reflexe des Neugeborenen nicht unterdrückt werden.

Ein vollständig um den Körper gewickeltes Tuch hilft unruhigen Babys häufig dabei, zur Ruhe zu kommen; so kann das Gebärmutterheimweh ein bisschen abgemildert werden.

Nach der GEBURT neue HÜLLEN schaffen

Damit sich das Baby nach der Geburt sicher und geborgen fühlt, kannst du ihm eine ähnliche Erfahrungswelt wie in deinem Bauch anbieten.

Creme ersetzt die Käseschmiere (erste Hülle)

Vor der Geburt hat die Käseschmiere die empfindliche Haut deines Babys gewärmt,  genährt und geschützt. Auch nach der Geburt braucht das Baby und seine noch durchlässige Haut Schutz.
Rein pflanzliche Öle und Cremes natürlichen Ursprungs durchwärmen und pflegen die Haut deines Babys.

Kleidung statt Fruchtwasser (zweite Hülle)

Ohne wärmendes Fruchtwasser muss sich das Baby erstmal an die neue Umgebung anpassen und lernen, seine Körpertemperatur selbst zu regulieren.
Kleidung ist dabei wie eine zweite Haut. Diese sollte angenehm weich und wärmend sein.
Mach dir beim Kauf der Babysachen bewusst: Dein Kind hat nie zuvor Stoff auf der Haut gespürt!

Nähe spendet Schutz der Eihäute (dritte Hülle)

Seid eurem Kind körperlich nah.
Umhüllt und begrenzt von euren Armen fühlt sich das Baby geborgen und geschützt.
Ihr wärmt es und helft ihm, allmählich seine Temperatur zu regeln.

Tragen ersetzt die Gebärmutter (vierte Hülle)

Wie eine geschützte Höhle gibt die GebärMUTTER Halt.
Nach einer Geburt sucht das Baby danach, man nennt das auch Gebärmutterheimweh.
Es rudert mit Armen und Beinen, wird unruhig und unsicher, es ist haltlos.
Wird es nicht gehalten, braucht es eine Begrenzung.
In ein Wolltuch einwickeln, einen Pucksack verwenden, oder auch ein Tragetuch anwenden. Ausreichend Körperkontakt tut ihm gut, so kann es dich spüren.

Respekt ersetzt das Becken

Halt braucht ein Baby nicht nur körperlich. Als Eltern gebt ihr ihm Halt auch mit eurer Art  und eurem Verhalten.
Eure Aufgabe ist es, das Wesen und die Individualität des Kindes zu verstehen und anzunehmen,
Unabhängig von euren eigenen Erwartungen.
So kann es sich entwickeln und entfalten!

Alltag spendet Rhythmus

Dein Baby kommt aus einer Erfahrungswelt, die von Rhythmik gekennzeichnet war:
Dem Herzschlag, dem Auf und Ab der Atmung.
Nach der Geburt gibt ein Rhythmus im Alltag dem Baby Sicherheit.
Nicht starre Zeiten, sondern wiederkehrende Abläufe (Rituale) vermitteln dabei Beständigkeit – dem Baby und euch selbst.

Umgebung als äußere Hülle

In deinem Bauch war es nie ganz still. Ständig war es umgeben von einem Rauschen, deinem Herzschlag.
(Ein Meeresrauschen hören die Kinder gerne, es beruhigt)
Rottöne erinnern es an das sanfte Licht, das es aus deinem Bauch kennt.
Auch berührt zu werden kennt es schon, wenn du versucht hast, durch deine Bauchdecke hindurch Kontakt mit ihm aufzunehmen.

AKTUELLE Informationen

Punkt 1:
Geburtsvorbereitungskurse im Rahmen der Einzelberatung, sind als Gesundheits- und Pflegedienstleistungen nach § 5 der aktuell gültigen 2. COVID-19-Notmaßnahmenverordnung erlaubt. 
Ist das Mutter Kind-Pass-Gespräch (18. – 22. SWW) medizinisch indiziert, kann es termingerecht stattfinden, ansonsten dürfen Mutter-Kind-Pass-Gespräche auch bis zum Geburtstermin nachgeholt werden.

Punkt 2:
Körpernahe Dienstleistungen wie Meridianbehandlungen, Moxa, Schröpfen etc. dürfen nur bei Vorlage eines negativen PCR- oder Antigen-Testergebnisses in Anspruch genommen werden. Der Test (Zeitpunkt der Probenahme) darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Personen, die in den vergangenen sechs Monaten mit COVID-19 infiziert waren und mittlerweile genesen sind, sind von der Testpflicht ausgenommen.

FFP2-Pflicht bzw. falls dies aufgrund der Eigenart der Dienstleistung nicht möglich ist, sonstige geeignete Schutzmaßnahmen

Punkt 3:
Bei dringlicher Notwendigkeit werden Hausbesuche im Rahmen der Nachbetreuung unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienerichtlinien ganz normal weitergeführt.

Bei Schönwetter finden sämtliche Angebote im Freien statt:

Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Leben mit dem Baby – HEBAMMEN ANTWORTEN auf häufige Fragen rund um das Coronavirus

Stand: November 2020

Wie wird die Geburt im Krankenhaus sein?
Darf mein Partner dabei sein?
Tragen alle Schutzkleidung?
Darf ich nach der Geburt Besuch bekommen?
Ist mein Baby bei mir?

Hebammen sind nach wie vor bei allen Geburten anwesend. Genauso wie eine Fachärztin oder ein Facharzt immer hinzugezogen werden kann, wenn es notwendig ist. Die Versorgung der Frauen unter der Geburt erfolgt also wie gewohnt.

Die anderen Rahmenbedingungen sind nun während der Corona-Pandemie anders als sonst: Besucher dürfen nur eingeschränkt ins Krankenhaus. Werdende Väter dürfen zurzeit bei der Geburt in den Krankenhäusern dabei sein. Das Krankenhauspersonal ebenso wie die Patientinnen und Patienten und  Begleitpersonen tragen Mundschutz.

Alle diese Fragen werden jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt und es gibt auch laufend Änderungen. Am besten klären Sie das direkt mit dem Krankenhaus Ihrer Wahl.

Wie sicher ist es jetzt im Krankenhaus?
Kann ich mich dort mit Corona anstecken?
Kann sich mein Baby bei der Geburt anstecken?

In den Krankenhäusern werden alle Vorkehrungen getroffen, um Infektionen mit Covid-19 zu vermeiden.

Ich überlege, gleich nach der Geburt nach Hause zu gehen, damit ich mit meinem Baby nicht zu lange im Krankenhaus bin – getrennt von meinem Partner. Macht das Sinn?

Es ist verständlich, dass Sie über eine sogenannte ambulante Geburt nachdenken. Bitte beachten Sie, dass es dafür ein paar wichtige Voraussetzungen gibt:

Sie brauchen eine gute Betreuung nach der Geburt zu Hause. Wer ambulant gebären möchte, sollte möglichst früh eine nachbetreuende Hebamme kontaktieren.

Die Geburt muss unauffällig verlaufen und bei Ihnen und dem Neugeborenen muss alles in Ordnung sein. Dann können Sie ambulante entbinden, d.h. schon wenige Stunden nach der Geburt mit Ihrem Baby das Krankenhaus verlassen.

Die nachbetreuende Hebamme stellt in anfangs täglichen, später regelmäßigen Hausbesuchen sicher, dass es Mutter und Kind gut geht. Zurzeit gilt: Wochenbettvisiten kann die Hebamme weiterhin durchführen, auch telemedizinisch oder als telefonische Beratung.

Kommt meine Hebamme trotzdem zu mir?
Macht sie Hausbesuche wie bisher?

Wochenbettvisiten werden weiterhin wie gewohnt durchgeführt.

Sollte eine persönliche Visite nach Einschätzung der Hebamme nicht nötig sein, kann eine telefonische oder telemedizinische Beratung durchgeführt werden.

Ich bin schwanger. Ist eine Coronavirus-Infektion für mich und mein ungeborenes Kind besonders gefährlich?

Soweit wir bis jetzt wissen, sind Schwangere durch das neuartige Coronavirus (Covid-19) nicht mehr gefährdet als andere Personen. Schwangere gehören laut Expertenmeinung nicht zu den Risikogruppen. Es sollten jedoch alle bekannten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, um eine Infektion zu vermeiden.

Schwerwiegende Verläufe einer Covid-19 Infektion in der Schwangerschaft scheinen eher nur dann erwartbar, wenn bereits vor der Schwangerschaft eine Herz- oder Lungenerkrankung bestand.

Werden Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft durchgeführt?

Mutter-Kind-Pass Untersuchungen oder andere empfohlene Untersuchungen werden derzeit bei Ihrer Fachärztin/Ihrem Facharzt wie gewohnt durchgeführt

Die Hebammen-Beratung, die im Mutter-Kind-Pass zwischen 18. und 22. Schwangerschaftswoche vorgesehen ist, wird ebenfalls wie gewohnt persönlich oder telemedizinisch durchgeführt.

Wenn ich in der Schwangerschaft dringend ärztliche Hilfe brauche oder mit Komplikationen überfordert bin, wohin kann ich mich wenden?
Kann ich noch zu einem Arzt gehen? Oder zur Hebamme?

Wenn Sie ärztliche Hilfe brauchen, können Sie diese natürlich wie gewohnt in Anspruch nehmen. Rufen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt an und vereinbaren Sie einen Termin.

Dasselbe gilt für Konsultationen Ihrer Hebamme. Wochenbettvisiten kann die Hebamme weiterhin durchführen, auch telemedizinisch oder als telefonische Beratung.

Gibt es weiterhin Geburtsvorbereitungskurse?

Kurse und andere Gruppenaktivitäten können zurzeit leider nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden. Auch hier gilt es, soziale Kontakte zu reduzieren. Viele Hebammen bieten derzeit alternativ online Kurse an.

Hebammen betreuen Schwangere und Frauen wie gewohnt im Wochenbett oder über Videotelefonie (Skype, FaceTime, WhatsApp, Signal usw.).

Gibt es weiterhin Stillgruppen, Stillberatung usw.?

Für Stillgruppen gilt das gleiche wie für Geburtsvorbereitungskurse. Sollten im Wochenbett Stillprobleme auftauchen, führen Hebammen jederzeit Visiten durch oder gegebenenfalls telefonische Beratungen.

Darf ich mein Baby stillen – wird das Virus durch Muttermilch übertragen?

Grundsätzlich kann man – aufgrund der momentanen wissenschaftlichen Erkenntnisse – Folgendes dazu sagen:

Derzeit wird nicht beschrieben, dass eine Übertragung des Virus über Muttermilch stattfindet. Es wird davon ausgegangen, dass die bekannten und anerkannten Vorteile des Stillens die Risiken einer Übertragung des Coronavirus überwiegen.

Nach der Geburt kann es aber durch eine Tröpfcheninfektion wie Husten, Niesen und auch durch direkten Kontakt mit den Ausscheidungen wie Stuhl oder Urin zu einer Übertragung / Infektion kommen. Daher sind hier besondere Hygienemaßnahmen notwendig.

Wenn Sie Ihr Baby stillen möchten, werden die folgenden Vorsichtsmaßnahmen empfohlen:

Waschen Sie Ihre Hände ausreichend lange, bevor Sie Ihr Baby, die Milchpumpe oder die Flasche berühren.

Halten Sie nach jedem Gebrauch einer Milchpumpe die Empfehlungen zur Reinigung und Desinfektion sorgfältig ein.

Wenn Sie Ihrem Baby Muttermilchersatzprodukte verabreichen möchten, wird eine gründliche Reinigung und Sterilisation der benötigten Utensilien unbedingt empfohlen.

Wenn Sie nicht in der Lage sind, ihr Kind zu stillen, kann Muttermilch natürlich auch abgepumpt und durch eine gesunde Person an den Säugling verfüttert werden.

Eine positiv getestete Mutter oder eine Mutter, bei der der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht, sollte zusätzlich zu den genannten Hygienemaßnahmen eine Atemschutzmaske beim Stillen tragen, um eine mögliche Tröpfcheninfektion zu vermeiden.

Wenn Sie als stillende Mutter erkranken, wird davon ausgegangen, dass das gestillte Kind bereits Tage zuvor (Inkubationszeit) dem Virus ausgesetzt war. Das Stillen sollte daher nicht unterbrochen werden, da die Antikörper in der Muttermilch dem Kind helfen, eine Infektion abzuwehren.

Diese Empfehlungen können sich ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus weiterentwickelt.

Quellen:
https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/
https://www.dggg.de/fileadmin/documents/Weitere_Nachrichten/2020/20200312_GBCOG_FAQ_Corona.pdf
https://www.rcog.org.uk/en/news/national-guidance-on-managing-coronavirus-infection-in-pregnancy-published
https://www.stillen.at/vsloe-empfehlung-corona-virus-covid-19-und-stillen/

Wie wirkt sich das Coronavirus auf mein Baby aus, wenn bei mir eine Covid-19-Infektion diagnostiziert wird?

Zurzeit gibt es noch nicht genügend Erkenntnisse darüber, welche Auswirkungen das Coronavirus auf ungeborene Babys haben kann. Der derzeitige Stand der Forschung geht davon aus, dass das Virus kein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten mit sich bringt. Anscheinend wird das Virus während der Schwangerschaft nicht auf das Baby übertragen.

Was kann ich tun, um mein Risiko, am Coronavirus zu erkranken, zu verringern?

Befolgen Sie – und die Personen, mit denen Sie im gemeinsamen Haushalt leben, die Hygiene- und Kontakt-Regeln, die grundsätzlich für alle Menschen jetzt wichtig sind, besonders genau:

– Bleiben Sie zu Hause.

– Halten Sie Abstand und tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz! Eine Distanz von mindestens einem Meter zwischen Ihnen und anderen Personen ist einzuhalten.

– Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich, mehrmals am Tag und besonders wenn Sie von öffentlichen Orten kommen.

– Hände weg von Augen, Mund und Nase. Greifen Sie sich nicht ins Gesicht, wenn Sie unterwegs sind.

– Vermeiden Sie unbedingt den Kontakt mit allen Personen, auch der Familie, wenn diese Symptome einer Erkältungskrankheit oder Fieber aufweisen.

Was soll ich tun, wenn eine Person, mit der ich Kontakt hatte, positiv auf Covid-19 positiv getestet wurde?

Wenn Sie befürchten erkrankt zu sein, bleiben Sie zu Hause und wählen Sie bitte die Gesundheitsnummer 1450. Dort erhalten Sie alle erforderlichen Informationen.

Wenn nötig wird ein Abstrich aus dem Mund- und Rachenbereich entnommen, um eine Diagnose stellen zu können.

Was soll ich tun, wenn ich positiv auf das Coronavirus getestet wurde?

Sie werden von den zuständigen Behörden über das weitere Vorgehen informiert.

Wenn Sie keine oder leichte Symptome haben und keine Risikofaktoren für Komplikationen bei Ihnen oder den Personen im gemeinsamen Haushalt vorliegen (z.B. relevante chronische Grunderkrankungen), können Sie sich unter Betreuung durch eine behandelnde Ärztin/einen Arzt zu Hause zu erholen.

Wenn Sie schwerere Symptome haben, werden Sie möglicherweise in einem Krankenhaus behandelt.

Wie äußert sich das Coronavirus?

Eine Corona-Infektion äußert sich durch grippeähnliche Symptome, wie trockener Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit.

Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Geruchs- und Geschmacksverlust, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost wurde berichtet.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen, Sorgen habe, unsicher bin?

Rufen Sie die Corona- Hotline der AGES unter 0800 555 621 an.
Oder wenden Sie sich an Ihre betreuende Hebamme, wenn es um Fragen zur Schwangerschaft, zur Geburt, zum Wochenbett, zu Ihrem Baby geht.

Was kostet Hebammen-Betreuung?

Hebammen-Betreuung ist eine Kassenleistung in Österreich und das bleibt auch während der Corona Pandemie so. War es bisher eine bestimmte Anzahl von Hausbesuchen der Hebamme oder Sprechstunden in der Hebammenordination, die die Krankenkassen bezahlen, so werden es nun überwiegend telemedizinische Betreuungen durch die Hebamme und telefonische Beratungen sein – und in dringenden Fällen auch nach wie vor Hausbesuche.

Das Österreichische Hebammengremium und die Österreichische Gesundheitskasse haben bereits eine Vereinbarung für die Hebammen-Betreuung während der Corona Pandemie getroffen. Hebammen können nun telemedizinische Betreuungen und telefonische Beratungen mit der Krankenkasse abrechnen.

Wenn Sie eine Kassenhebamme in Anspruch nehmen, dann rechnet diese direkt mit der Kasse ab und Sie bezahlen nichts für die Hebammen-Betreuung. Bei einer Wahlhebamme bezahlen Sie das Honorar der Hebamme, reichen dieses dann bei der Krankenkasse ein und bekommen 80 Prozent des Kassentarifs erstattet.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine bestimmte Anzahl von Terminen mit der Hebamme. Details dazu finden Sie auf www.hebammen.at im Eltern-Bereich unter „Kosten“. Link: https://www.hebammen.at/wp-content/uploads/2019/06/HebammenberatungUeberblick_2019-3.pdf

Über unsere Coronavirus FAQ hinaus empfehlen wir folgende Informationsquellen:

CORONAVIRUS HOTLINES (7 TAGE DIE WOCHE, 0-24 UHR):

Allgemeine Informationen: Infoline Coronavirus – 0800 555 621Bei Verdacht auf eine Infektion: Telefonische Gesundheitsberatung – 1450

FOLGENDE LINKS EMPFEHLEN WIR IHNEN FÜR WEITERE INFORMATIONEN ZUR CORONAVIRUS-PANDEMIE:

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz:
https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Neuartiges-Coronavirus-(2019-nCov).html
https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Haeufig-gestellte-Fragen.html
https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Neuartiges-Coronavirus.html

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit:
https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/#

Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs:
gesundheit.gv.atAktuelle Informationen:
https://www.medinlive.at/

Coronavirus – FAQ

Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Leben mit dem Baby – HEBAMMEN ANTWORTEN AUF HÄUFIGE FRAGEN VON FRAUEN
30.3.2020:

Die Frage: „Darf ich mein Baby stillen – wird das Virus durch Muttermilch übertragen?“ steht momentan für viele werdende Mütter im Vordergrund.

Grundsätzlich kann man – aufgrund der momentanen wissenschaftlichen Erkenntnisse – Folgendes dazu sagen:

Derzeit wird nicht beschrieben, dass eine Übertragung des Virus über Muttermilch stattfindet. Es wird davon ausgegangen, dass die bekannten und anerkannten Vorteile des Stillens die Risiken einer Übertragung des Coronavirus überwiegen.

Nach der Geburt kann es aber durch eine Tröpfcheninfektion wie Husten, Niesen und auch durch direkten Kontakt mit den Ausscheidungen wie Stuhl oder Urin zu einer Übertragung / Infektion kommen. Daher sind hier besondere Hygienemaßnahmen notwendig.

Wenn Sie Ihr Baby stillen möchten, werden die folgenden Vorsichtsmaßnahmen empfohlen:

Waschen Sie Ihre Hände ausreichend lange, bevor Sie Ihr Baby, die Milchpumpe oder die Flasche berühren.
Halten Sie nach jedem Gebrauch einer Milchpumpe die Empfehlungen zur Reinigung und Desinfektion sorgfältig ein.
Wenn Sie Ihrem Baby Muttermilchersatzprodukte verabreichen möchten, wird eine gründliche Reinigung und Sterilisation der benötigten Utensilien unbedingt empfohlen.
Wenn Sie nicht in der Lage sind, ihr Kind zu stillen, kann Muttermilch natürlich auch abgepumpt und durch eine gesunde Person an den Säugling verfüttert werden.
Eine positiv getestete Mutter oder eine Mutter, bei der der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht, sollte zusätzlich zu den genannten Hygienemaßnahmen eine Atemschutzmaske beim Stillen tragen, um eine mögliche Tröpfcheninfektion zu vermeiden.

Wenn Sie als stillende Mutter erkranken, wird davon ausgegangen, dass das gestillte Kind bereits Tage zuvor (Inkubationszeit) dem Virus ausgesetzt war. Das Stillen sollte daher nicht unterbrochen werden, da die Antikörper in der Muttermilch dem Kind helfen, eine Infektion abzuwehren.

Diese Empfehlungen können sich ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus weiterentwickelt.

Quellen:
https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/
https://www.dggg.de/fileadmin/documents/Weitere_Nachrichten/2020/20200312_GBCOG_FAQ_Corona.pdf
https://www.rcog.org.uk/en/news/national-guidance-on-managing-coronavirus-infection-in-pregnancy-published
https://www.stillen.at/vsloe-empfehlung-corona-virus-covid-19-und-stillen/

Stand: 20.3.2020:

Ich bin schwanger. Ist eine Coronavirus-Infektion für mich und mein ungeborenes Kind besonders gefährlich?

Soweit wir bis jetzt wissen, sind Schwangere durch das neuartige Coronavirus (Covid-19) nicht mehr gefährdet als andere Personen. Schwangere gehören laut Expertenmeinung nicht zu den Risikogruppen. Es sollten jedoch alle bekannten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, um eine Infektion zu vermeiden.

Schwerwiegende Verläufe einer Covid-19 Infektion in der Schwangerschaft scheinen eher nur dann erwartbar, wenn bereits vor der Schwangerschaft eine Herz- oder Lungenerkrankung bestand.

Wie wirkt sich das Coronavirus auf mein Baby aus, wenn bei mir eine Covid-19-Infektion diagnostiziert wird?

Zurzeit gibt es noch nicht genügend Erkenntnisse darüber, welche Auswirkungen das Coronavirus auf ungeborene Babys haben kann. Der derzeitige Stand der Forschung geht davon aus, dass das Virus kein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten mit sich bringt. Anscheinend wird das Virus während der Schwangerschaft nicht auf das Baby übertragen.

Was kann ich tun, um mein Risiko, am Coronavirus zu erkranken, zu verringern?

Befolgen Sie – und die Personen, mit denen Sie im gemeinsamen Haushalt leben, die Hygiene- und Kontakt-Regeln, die grundsätzlich für alle Menschen jetzt wichtig sind, besonders genau:

– Bleiben Sie zu Hause.

– Halten Sie Distanz! Eine Distanz von mindestens einem Meter zwischen Ihnen und anderen Personen ist einzuhalten.

– Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich, mehrmals am Tag und besonders wenn Sie von öffentlichen Orten kommen.

– Hände weg von Augen, Mund und Nase. Greifen Sie sich nicht ins Gesicht, wenn Sie unterwegs sind.

– Vermeiden Sie unbedingt den Kontakt mit allen Personen, auch der Familie, wenn diese Symptome einer Erkältungskrankheit oder Fieber aufweisen.

Was soll ich tun, wenn eine Person, mit der ich Kontakt hatte, positiv auf Covid-19 positiv getestet wurde?

Wenn Sie befürchten erkrankt zu sein, bleiben Sie zu Hause und wählen Sie bitte die Gesundheitsnummer 1450. Dort erhalten Sie alle erforderlichen Informationen.

Wenn nötig wird ein Abstrich aus dem Mund- und Rachenbereich entnommen, um eine Diagnose stellen zu können.

Was soll ich tun, wenn ich positiv auf das Coronavirus getestet wurde?

Sie werden von den zuständigen Behörden über das weitere Vorgehen informiert.

Wenn Sie keine oder leichte Symptome haben und keine Risikofaktoren für Komplikationen bei Ihnen oder den Personen im gemeinsamen Haushalt vorliegen (z.B. relevante chronische Grunderkrankungen), können Sie sich unter Betreuung durch eine behandelnde Ärztin/einen Arzt zu Hause zu erholen.

Wenn Sie schwerere Symptome haben, werden Sie möglicherweise in einem Krankenhaus behandelt.

Wie äußert sich das Coronavirus?

Eine Corona-Infektion äußert sich durch grippeähnliche Symptome, wie trockener Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit.

Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost wurde berichtet.

Gibt es weiterhin Geburtsvorbereitungskurse?

Kurse und andere Gruppenaktivitäten können zurzeit leider nicht stattfinden. Auch hier gilt es, soziale Kontakte zu reduzieren und das Versammlungsverbot zu beachten. Hebammen haben außerdem die Auflage persönliche Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und Kurse auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Hebammen betreuen Schwangere und Frauen im Wochenbett jedoch über Videotelefonie (Skype, FaceTime, WhatsApp, Signal usw.) und manche Hebammen bieten Online-Vorbereitungskurse an.

Gibt es weiterhin Stillgruppen, Stillberatung usw.?

Für Stillgruppen gilt das gleiche wie für Geburtsvorbereitungskurse. Sollten im Wochenbett Stillprobleme auftauchen, können Hebammen bei gesunden Frauen in dringenden Fällen Visiten oder gegebenenfalls telefonische Beratungen machen.

Soll ich weiterhin stillen? Z.B. wenn ich das Coronavirus habe oder wenn ich nicht sicher weiß, dass ich es nicht habe.

Aufgrund der gegenwärtigen Wissenslage überwiegen die Vorteile des Stillens gegenüber den möglichen Übertragungsrisiken. Frauen sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Verbreitung des Virus zum Baby zu begrenzen:

– Hände waschen vor jeder Berührung des Babys
– Tragen eines Mundschutzes beim Stillen
– sorgfältige Milchpumpenreinigung nach Gebrauch

Diese Empfehlungen können sich bei Änderung der Studienlage verändern.

Kommt meine Hebamme trotzdem zu mir? Macht sie Hausbesuche wie bisher?

Notwendige Wochenbettvisiten können bei gesunden Frauen weiterhin durchgeführt werden.

Sollte eine persönliche Visite nach Einschätzung der Hebamme nicht nötig sein, kann eine telefonische oder telemedizinische Beratung durchgeführt werden.

Wenn ich in der Schwangerschaft dringend ärztliche Hilfe brauche oder mit Komplikationen überfordert bin, wohin kann ich mich wenden? Kann ich noch zu einem Arzt gehen? Oder zur Hebamme?

Wenn ärztliche Hilfe dringend nötig ist, können Sie diese natürlich in Anspruch nehmen. Rufen Sie Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt und vereinbaren Sie einen Termin.

Dasselbe gilt für dringend notwendige Konsultationen Ihrer Hebamme. Wochenbettvisiten kann die Hebamme bei gesunden Frauen weiterhin durchführen, auch telemedizinisch oder als telefonische Beratung.

Wie wird die Geburt im Krankenhaus sein? Darf mein Partner dabei sein? Tragen alle Schutzkleidung? Darf ich nach der Geburt Besuch bekommen? Ist mein Baby bei mir?

Hebammen sind nach wie vor bei allen Geburten anwesend, genauso wie eine Fachärztin oder ein Facharzt immer hinzugezogen werden kann, wenn es notwendig ist. Die Versorgung der Frauen unter der Geburt erfolgt also wie gewohnt.

Die anderen Rahmenbedingungen sind nun während der Corona-Pandemie anders als sonst:
Besucher dürfen nicht ins Krankenhaus. Werdende Väter dürfen zurzeit bei der Geburt in vielen Krankenhäusern nicht dabei sein. Das Krankenhauspersonal ebenso wie die Patientinnen und Patienten tragen Mundschutz.

Alle diese Fragen werden jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt und es gibt auch laufend Änderungen. Am besten klären Sie das direkt mit dem Krankenhaus Ihrer Wahl.

Wie sicher ist es jetzt im Krankenhaus? Kann ich mich dort mit Corona anstecken? Kann sich mein Baby bei der Geburt anstecken?

In den Krankenhäusern werden alle Vorkehrungen getroffen, um Infektionen mit Covid-19 zu vermeiden.

Ich überlege, gleich nach der Geburt nach Hause zu gehen, damit ich mit meinem Baby nicht zu lange im Krankenhaus bin – getrennt von meinem Partner. Macht das Sinn?

Es ist verständlich, dass Sie über eine sogenannte ambulante Geburt nachdenken. Bitte beachten Sie, dass es dafür ein paar wichtige Voraussetzungen gibt:

Sie brauchen eine gute Betreuung nach der Geburt zu Hause. Wer ambulant gebären möchte, sollte möglichst früh eine nachbetreuende Hebamme kontaktieren.

Die Geburt muss unauffällig verlaufen und bei Ihnen und dem Neugeborenen muss alles in Ordnung sein. Dann können Sie ambulante entbinden, d.h. schon wenige Stunden nach der Geburt mit Ihrem Baby das Krankenhaus verlassen.

Die nachbetreuende Hebamme stellt in anfangs täglichen, später regelmäßigen Hausbesuchen sicher, dass es Mutter und Kind gut geht. Zurzeit gilt: Wochenbettvisiten kann die Hebamme bei gesunden Frauen weiterhin durchführen, auch telemedizinisch oder als telefonische Beratung.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen, Sorgen habe, unsicher bin?

Rufen Sie die Corona- Hotline der AGES unter 0800 555 621 an.
Oder wenden Sie sich an Ihre betreuende Hebamme, wenn es um Fragen zur Schwangerschaft, zur Geburt, zum Wochenbett, zu Ihrem Baby geht.

Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft werden verschoben. Ich fühle mich sehr unsicher damit. Was, wenn etwas übersehen wird?

Es obliegt zurzeit der Entscheidung der Schwangeren bzw. der Eltern (nach Absprache mit der Frauenärztin/dem Frauenarzt) ob sie in der derzeitigen Situation die Mutter-Kind-Pass Untersuchungen oder andere empfohlene Untersuchungen in Anspruch nehmen möchten. Besprechen Sie Ihre Sorgen mit Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt im Rahmen eines telefonischen Kontaktes.

Die Hebammen-Beratung, die im Mutter-Kind-Pass zwischen 18. und 22. Schwangerschaftswoche vorgesehen ist, kann in der aktuellen Situation bis zum Geburtstermin verschoben werden. Das haben das Österreichische Hebammengremium und die ÖGK vereinbart.

Was kostet Hebammen-Betreuung?

Hebammen-Betreuung ist eine Kassenleistung in Österreich und das bleibt auch während der Corona Pandemie so. War es bisher eine bestimmte Anzahl von Hausbesuchen der Hebamme oder Sprechstunden in der Hebammenordination, die die Krankenkassen bezahlen, so werden es nun überwiegend telemedizinische Betreuungen durch die Hebamme und telefonische Beratungen sein – und in dringenden Fällen auch nach wie vor Hausbesuche.

Das Österreichische Hebammengremium und die Österreichische Gesundheitskasse haben bereits eine Vereinbarung für die Hebammen-Betreuung während der Corona Pandemie getroffen. Hebammen können nun telemedizinische Betreuungen und telefonische Beratungen mit der Krankenkasse abrechnen.

Wenn Sie eine Kassenhebamme in Anspruch nehmen, dann rechnet diese direkt mit der Kasse ab und Sie bezahlen nichts für die Hebammen-Betreuung. Bei einer Wahlhebamme bezahlen Sie das Honorar der Hebamme, reichen dieses dann bei der Krankenkasse ein und bekommen 80 Prozent des Kassentarifs erstattet.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine bestimmte Anzahl von Terminen mit der Hebamme. Details dazu finden Sie auf www.hebammen.at im Eltern-Bereich unter „Kosten“. Link: https://www.hebammen.at/wp-content/uploads/2019/06/HebammenberatungUeberblick_2019-3.pdf

CORONAVIRUS HOTLINES (7 TAGE DIE WOCHE, 0-24 UHR):

Allgemeine Informationen: Infoline Coronavirus – 0800 555 621

Bei Verdacht auf eine Infektion: Telefonische Gesundheitsberatung – 1450

Zusammenfassung der wichtigsten Infos zu Covid-19

Liebe werdende Eltern

Aufgrund der laufenden Rückfragen haben wir hier die wichtigsten Infos noch einmal zusammengefasst.

Die schrittweise Lockerung der Sicherheitsmaßnahmen der Regierung (insbesondere das Hochfahren der Ordinationen) betreffen die Erbringung der Hebammenleistungen insofern nicht, da es unserer Berufsgruppe nie völlig untersagt war die notwendigen Hebammen-Leistungen zu erbringen.
Gesunde Schwangere und gesunde Wöchnerinnen wurden ja auch bisher in der Zeit der Covid-Maßnahmen von Hebammen besucht und betreut.

Wir empfehlen, dass auch weiterhin nur dringliche Besuche durchgeführt werden sollen und dabei sämtliche Vorsichts- und Hygienemaßnahmen (s. Newsletter von 14. & 25.03.2020) eingehalten werden. Bitte unbedingt vor dem Besuch vergewissern, dass die Schwangere oder Wöchnerin gesund ist und verwendet zur eigenen Sicherheit einen Mund-Nasen-Schutz.
Für nicht dringliche Visiten gibt es, sofern diese den gesamtvertraglichen Regelungen entsprechen, auch weiterhin die Möglichkeit diese per Telemedizin (Videotelefonie oder Telefonat) abrechnen zu können.

Aufschiebbare Leistungen (z.B. MKP-Beratungsgespräch) sollten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden und können – wie bereits angekündigt – bis zum Geburtstermin nachgeholt werden.
Sollte die MKP-Hebammenberatung dennoch während der Pandemie-Zeit notwendig sein, kann diese auch telemedizinisch durchgeführt werden. (s. Newsletter vom 10.04.2020).

Private Hebammenleistungen (z.B. Akupunktur) können nur dann angeboten werden, wenn die Schwangere gesund ist und in der Ordination auch die besonderen hygienischen Vorkehrungen getroffen werden können: für diese Leistungen sollte die Frau alleine erscheinen und sowohl die Frau als auch die Hebamme müssen einen MNS tragen. Auf gründliche Händedesinfektion und eine abschließende Flächendesinfektion nach jedem Kontakt ist zu achten.

Die Organisation sämtlicher Gruppen (diverse Kurse, aber auch Gruppenakupunktur) ist weiterhin strengstens untersagt.

www.hebammen.at

Aufgrund der derzeitigen Situation finden Beratungen ausschließlich telefonisch statt – siehe Kontakt




Aus gegebenem Anlass möchte das Hebammengremium (ÖHG) noch einmal ausdrücklich auf Folgendes hinweisen:

Bei Covid-19 positiv getesteten Frauen (oder wenn ein Familienmitglied im gemeinsamen Haushalt positiv getestet wurde) und bei Frauen in Quarantäne darf ein Hausbesuch nur nach Rücksprache mit dem Amtsarzt erfolgen!

Anfragen, Kontakt: infocorona@hebammen.at 
Information der BVAEB

Für die Abrechnung bei der BVAEB gibt es eine analoge Vorgehensweise zu jener der ÖGK:

– Das Beratungsgespräch in der 18.-22. Schwangerschaftswoche kann bis zum Geburtstermin durchgeführt werden.

– Die Betreuung in der Schwangerschaft bei geplanter Hausgeburt und geplanter ambulanter Geburt ist, soweit dies möglich ist, auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

– Für eine telemedizinisch durchgeführte Betreuung im Wochenbett kann eine Ordination zum entsprechenden Tarif – EUR 28,50 – abgerechnet werden.

– Für Anliegen, die direkt am Telefon geklärt werden können, kann eine telefonische Beratung zu einem Tarif von EUR 10,00 verrechnet werden.

– Telemedizinisch durchgeführte Betreuung und telefonische Beratung sind mittels Honorarnote abzurechnen. Verpflichtende Angaben sind die Daten der betreuten Frau sowie die Auflistung der erbrachten Leistungen mit Datum.

Eine entsprechende Betreuung durch eine Wahlhebamme wird nach allgemeinen Bestimmungen der BVAEB erstattet.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen gelten für die Zeit der Corona Pandemie bzw. bis auf Widerruf.
Persönliche Kontakte sind unbedingt auf ein notwendiges Mindestmaß zu reduzieren! Visiten können bei gesunden Frauen, bei denen keine gesundheitsbehördlichen Einschränkungen vorliegen, im dringlichen Fall gemacht werden.

Dies sind im Wochenbett beispielhaft:

• Visiten in den ersten 5 Tagen nach ambulanter Geburt
• PKU Abnahme
• Neugeborenenikterus
• Gewichtskontrolle bei insuffizienter Gewichtszunahme des Kindes
• V.a. Rückbildungsstörungen, Milchstau, beginnende Mastitis bei der Mutter

Die Dringlichkeit muss in jedem Fall von Ihnen als Fachperson festgestellt werden. Im Falle oder bei Verdacht eines pathologischen Verlaufes ist die Frau und/oder das Kind nach telefonischer Rücksprache an die jeweilige Fachärzt*in oder das nächstgelegene Krankenhaus zu überweisen.

Sollte im Wochenbett eine persönliche Visite nach Ihrer fachlichen Einschätzung nicht von Nöten sein, so können ab 16.03.2020 telefonische oder telemedizinische Beratungen auch bei gesunden Frauen vorübergehend mit der ÖGK abgerechnet werden. Im Wochenbett als nicht dringend sind (nach Ihrer fachlichen Maßgabe) beispielsweise Kontrolle der Anlegetechnik beim Stillen, Fragen zur Babypflege und allgemeine Themen zum Wochenbettverlauf anzusehen.

Nicht dringlich sind MKP Gespräche, allgemeine Beratungsgespräche in der Schwangerschaft, Hebammensprechstunden. Diese sind zu verschieben und können zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Dafür können Sie derzeit auch keine telemedizinische Beratungsleistung abrechnen.

Es gelten dabei folgende Tarife:

Telemedizinische Betreuung (z.B. per Videokonferenz, Skype, Facetime, WhatsApp) € 28,50.
Telefonberatung € 10,-

Erfolgt diese telemedizinische Betreuung oder die telefonische Beratung durch eine Wahlhebamme, werden der Wöchnerin im normalen Weg der Kostenerstattung 80 % der angeführten Tarife rückerstattet.

Es gab in den letzten Tagen auch vermehrt Hausgeburtsanfragen von Frauen. Wir raten ganz dringend dazu, den Frauen weiterhin das gewählte Krankenhaus als sicheren Ort für die Geburt zu empfehlen und auf die Frauen dahingehend beruhigend einzuwirken. Es ist uns klar, dass nötige Vorsichtsmaßnahmen in den Spitälern für große Verunsicherungen sorgen. Die Krankenhäuser arbeiten ebenso wie alle Gesundheitsdienstleister nach den strengen Auflagen der Gesundheitsbehörde. Jedoch warnen wir Nicht-Hausgeburtshebammen eindringlich davor, ungeplante Hausgeburten anzunehmen.

Weiters möchten wir Sie über die Aussendung der Ärztekammer informieren, MKP Untersuchungen ebenfalls auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Wir gehen davon aus, dass dies mit den zuständigen Ministerien abgesprochen wurde und keine Auswirkungen auf die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes haben wird. Wir bitten Sie hier nach Möglichkeit keine Verunsicherung zu schüren. Nachzulesen ist dies auf der Homepage der ÖGGG: www.oeggg.at/

Wir weisen außerdem auf die aktualisierten Handlungsempfehlungen des BMSGPK www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Handlungsempfehlungen.html